Hessischer Verdienstorden für Prof. Dr. med. Ingeborg Siegfried

Pressemitteilung

Innenminister Volker Bouffier zeichnet ehemalige Olympia-Ärztin für Engagement zur Gesundheitsförderung aus

Auf Anregung der Landesärztekammer Hessen hat Innenminister Volker Bouffier der Allgemeinärztin Professor Dr. med. Ingeborg Siegfried den Hessischen Verdienstorden verliehen. Siegfried habe sich für die fachliche Profilierung der Allgemeinmedizin verdient gemacht und sei jahrelang beharrlich für die Kompetenzentwicklung der hausärztlichen Versorgung tätig gewesen, erklärte Bouffier am 14. März in Wiesbaden. Mit ihrem Engagement für die "unverzichtbare Lotsenfunktion der Allgemeinmedizin" habe sich die Ärztin besondere Verdienste für Hessen erworben.

Siegfried, die Ende des Monats ihren 80. Geburtstag feiert, wurde am 26. März 1928 in Gießen geboren. Nach dem Medizinstudium in Bonn, Marburg und Gießen ließ sie sich 1960 als Ärztin für Allgemeinmedizin in Biebertal nieder. Obwohl sich die Praxis schnell entwickelte, engagierte sich Siegfried nebenberuflich in der sportmedizinischen Betreuung im Hochleistungssport und war 1972 bei den Olympischen Sommerspielen in München als Olympia-Ärztin tätig. Im Jahre 1974 erfolgte die Berufung als Lehrbeauftragte für Allgemeinmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. 1982 wurde Siegfried zur Professorin für Allgemeinmedizin in Gießen berufen. Damit konnte sie mit dem Aufbau eines Instituts beginnen.

Seit 1987 ist Siegfried im Vorstand der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für kardiologische Prävention und Rehabilitation, seit 1986 im wissenschaftlichen Beirat des "Jahreszeiten"Verlages. Im Rahmen ihres berufspolitischen Engagements widmete sie sich darüber hinaus gesundheitserzieherischen Projekten. Bouffier wies darauf hin, dass Siegfried schon im Jahre 1978 ein gesundheitsförderndes Präventivmodell entwickelte. Der erste Gesundheits-Sportpfad wurde 1989 in Biebertal eröffnet. "Als Vorsitzende der Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz/Kreislauferkrankungen verbindet Siegfried ihre Erfahrungen aus der Sportmedizin mit den Zielen der Gesundheitsprävention," sagte Bouffier.

Seit 1994 steht Siegfried als Vorsitzende an der Spitze des Ärztinnenbundes in Gießen und befasst sich mit Gender-Aspekten in der Medizin, zuletzt anlässlich der Einführung des Mammographie-Screenings in Deutschland. Auch organisierte die Allgemeinärztin den Kongress des Deutschen Ärztinnenbundes im Jahr 1999 mit. Das Thema damals lautete: "Schlagen Frauenherzen anders?"

In den Sektionsvorständen der Akademie für ärztliche Fortbildung und Weiterbildung der Landesärztekammer hat Siegfried die Sportmedizin vertreten und verantwortlich für Fortbildungsveranstaltungen gesorgt. Sie engagierte sich als Ansprechpartnerin im Namen des Hessischen Behinderten- und Rehabilitationsverbandes im Gesundheits-Sportverein Biebertal sowie für die Türkisch-Deutsche-Gesundheitsstiftung, deren Ziel die Erforschung der spezifischen gesundheitlichen Probleme der in Deutschland lebenden türkischen Mitbürger und der anschließenden Umsetzung in präventiv medizinische Maßnahmen ist.

1986 wurde Siegfried für ihr präventionsspezifisches Engagement mit der Bernhard-Christoph- Faust-Medaille des Landes Hessen ausgezeichnet für hervorragende Dienste um die Gesundheitsförderung der hessischen Bevölkerung ausgezeichnet. Die hessische Ärzteschaft ehrte sie 1989 mit der Dr. Richard Hammer-Medaille. 1996 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1998 die Ehrenplakette der Landesärztekammer Hessen und 2003 die Ernst-von-Bergmann-Plakette der Bundesärztekammer für ihre herausragenden Leistungen im Rahmen der ärztlichen Fortbildung.

Dr. med. Ingeborg Siegfried 

© Foto: Dr. med. Michael Popović