109 Medizinische Fachangestellte aus Ausbildungsverhältnissen verabschiedet

Pressemitteilung
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Von den elf Absolventinnen, die im Praktischen Teil die Note "sehr gut" erzielt hatten, nahmen fünf an der Absolventenfeier teil. Unter ihnen war Frau Laura Herrmann, die auch den Schriftlichen Teil mit der Bestnote abgeschlossen hatte. Von links nach rechts: Frau Laura Herrmann, Frau Julia Heinz, Frau Johanna Natalie Stribning, Frau Christine Kaufmann, Frau Ann-Kathrin Hahn.Foto: Sandina Gall

Bad Nauheim: Im Rahmen der einzigen hessenweiten Absolventenfeier fand am vergangenen Mittwoch, dem 25. August 2021, im Frankfurter Saal des Bildungszentrums der Landesärztekammer Hessen eine feierliche Zeugnisübergabe statt.
Die Landesärztekammer Hessen, Bezirksärztekammer Gießen verabschiedete 106 Absolventinnen und 3 Absolventen aus ihren Ausbildungsverhältnissen.

Dr. med. Hans-Martin Hübner, Vorsitzender der Bezirksärztekammer Gießen, führte durch das Programm und begrüßte im Namen des Vorstandes der Landesärztekammer Hessen und der Bezirksärztekammer Gießen die anwesenden Absolventinnen und Absolventen, die Vertreter/-innen der Berufsschulen und der MFA-Prüfungsausschüsse sowie Roswitha Barthel, Leiterin der Abteilung Ausbildungswesen der Landesärztekammer Hessen. Er gratulierte den Prüflingen zum erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung.
Aus der Notenstatistik der Bezirksärztekammer Gießen geht hervor, dass von 142 Absolventinnen und 3 Absolventen 109 bestanden haben.

In seiner Festansprache ging Dr. Hübner auf die besondere Lage auf Grund von Corona ein, die es so bisher nie gab. Es war ein Ausnahmezustand und eine völlig andere Arbeitsbelastung. Die Alltagsroutine hat sich verändert. Der normale Sprechstundenablauf konnte nicht mehr stattfinden. Man stand unter hohem Druck durch direkten Patientenkontakt trotz eines hohen Infektionsrisikos. Es gab zu wenige Informationen durch die Politik, Impfstoff wurde zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend bereitgestellt. 80 % der Corona-Patienten kamen zuerst in die Praxis, es gab schwere Erkrankungen. Die letzten anderthalb Jahre waren eine ganz besondere Leistung.
All dies ist eine neue Erfahrung in diesem Beruf, der sehr viel Verantwortung und soziale Kompetenz, auch im Umgang mit den Patienten, erfordert. Dass damit ein weiterer Lernprozess notwendig ist, schilderte Dr. Hübner auch anhand von Beispielen. Empathie und Zuwendungsbereitschaft wurden als Eigenschaften beschrieben, die im Praxisalltag ständig trainiert werden müssen. Die ersten Jahre sind sehr wichtig, um das alles umzusetzen. Das freundliche Lächeln stärkt und die Verantwortlichkeit ist vielschichtig.

Dr. Hübner appellierte zuletzt an die Absolventinnen und Absolventen, sich – falls noch nicht geimpft – impfen zu lassen. Hierfür gibt es zwei Gründe: erstens, sich selbst und auch die Angehörigen zu schützen, und zweitens, die Verantwortung den Patienten gegenüber.

Zudem sei in Gießen eine ganz besondere Leistung hervorzuheben: Laura Herrmann, die in der orthopädischen Praxis Dr. med. Carsten Hauk und Prof. Dr. med. Turgay Efe in Lich ausgebildet wurde, hat im Schriftlichen und Praktischen Teil die Note „sehr gut“ erzielt. Sie wurde mit einem Glückwunschschreiben des Präsidenten der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Edgar Pinkowski, sowie einem Thalia-Gutschein und einem Blumenstrauß geehrt. Weitere 11 Medizinische Fachangestellte haben den Praktischen Teil mit der Note „sehr gut“ erzielt und wurden ebenso mit jeweils einem Blumenstrauß geehrt.

Die Ansprachen für die Berufsschulen hielten Studiendirektorin Ria Ruppert, Abteilungsleiterin der Beruflichen Schulen am Gradierwerk Bad Nauheim, sowie für den Verband Medizinischer Fachberufe e. V. Jutta Hartmann. Sie wünschten den Medizinischen Fachangestellten viel Erfolg; auch hoben sie die hohe Verantwortung und die Gewissenhaftigkeit hervor, die für den MFA-Beruf notwendig sind. Musikalisch eingerahmt wurde die Feier durch das Gitarrenduo Carlo und Tino Hechler der Musikschule Bad Nauheim.

Insgesamt blieb die Zahl der Auszubildenden in den letzten Jahren auf einem konstant hohen Niveau; damit zeigt sich eine weiterhin hohe Beliebtheit dieses Ausbildungsberufes.