Startbild: 3D-Abbildungen von mehreren SARS-COV2-Viren

Infos für Ärztinnen und Ärzte zur Impfstrategie in Hessen

Letzte Aktualisierung: 25.05.2021, 17:45 Uhr

Corona-Impfung durch Betriebsärzte:

Ab dem 7. Juni 2021 sollen auch die Werks- und Betriebsärztinnen und -ärzte in die dezentrale Covid-19-Impfkampagne einbezogen werden. Die Vorbereitungen befinden sich zwischen dem Bundesgesundheitsministerium, der BDA und den Verbänden der Betriebsärzte in der finalen Abstimmung. Eine Anpassung der Coronavirus-Impfverordnung liegt bereits im Entwurf vor. Auf der gemeinsamen Website von DIHK, BDA, BDI und ZDH www.wirtschaftimpftgegencorona.de finden Sie alle aktuellen Informationen.

Impfen für Privatpraxen:

Mit dem aktuellen Entwurf zur Änderung der Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) sollen ab dem 7. Juni 2021 auch Arztpraxen, die nicht an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, in die bundesweite Impfkampagne einbezogen werden, sofern sie ihre niedergelassene Tätigkeit nachgewiesen haben (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. Abs. 4).

Um zu gewährleisten, dass nur niedergelassen tätige Privatärztinnen und Privatärzte an der Impfkampagne teilnehmen, müssen sie eine entsprechende Bescheinigung vorlegen. Dies geschieht im ersten Schritt durch Antrag und Abgabe einer Selbstauskunft gegenüber ihrer jeweilig zuständigen Landesärztekammer. Den Inhalt der Selbstauskunft hat die Bundesärztekammer festgelegt. Die Landesärztekammern stellen den Antragstellenden eine Bescheinigung über ihre niedergelassene Tätigkeit aus. Mit dieser Bescheinigung können sich die Privatärztinnen und Privatärzte bei dem Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstelle e.V. für den Zugang zum elektronischen Meldesystem nach § 4 Absatz 4 registrieren. Sobald dies erfolgt ist, bescheinigt der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstelle e.V. den Privatärztinnen und Privatärztinnen die Fähigkeit zur Teilnahme an der Impfsurveillance und den Zugang zum System nach § 4 Absatz 4.

In dem Selbstauskunftsformular, das die Landesärztekammer Hessen den in Hessen niedergelassen tätigen Privatärztinnen und Privatärzte zum Download zur Verfügung stellt, ist eine Selbstauskunft über

  1. die Ausübung eines regelhaften Praxisbetriebs,
  2. das Vorliegen einer angemessenen Berufshaftpflichtversicherung für die berufliche Tätigkeit gemäß § 21 Berufsordnung
  3. und die Nichtzulassung als Vertragsärztin bzw. Vertragsarzt

gegenüber der Landesärztekammer Hessen abzugeben.

Die CoronaImpfV sieht in § 15 vor, dass eine vorsätzliche oder fahrlässig falsche Selbstauskunft mit einem Ordnungsgeld nach § 73 Absatz 1a Nummer 24 d des Infektionsschutzgesetzes belegt werden kann.

Das Formular ist als elektronisch beschreibbares PDF gestaltet. Es wird darum gebeten, es elektronisch auszufüllen und hiernach eigenhändig zu unterschreiben. Bitte reichen Sie dann das Dokument als Scan per Mail mit dem Stichwort „Selbstauskunft“ an die von der Landesärztekammer Hessen eingerichtete E-Mail-Adresse privatpraxen@laekh.de ein. Die Landesärztekammer Hessen bestätigt aufgrund dieser Selbstauskunft und ihrer vorliegenden Mitgliederdatenbank die Mitgliedschaft auf dem Formular und sendet es per Post an die Privatärztin bzw. den Privatarzt zurück.

Aufruf der Landesärztekammer Hessen: Unterstützung von Impfzentren

Das Land Hessen hat die ärztliche Selbstverwaltung - Landesärztekammer Hessen und Kassenärztliche Vereinigung Hessen - um Unterstützung bei der Umsetzung der Impfstrategie gebeten. Benötigt werden Ärztinnen, Ärzte und Medizinische Fachangestellte sowie Medizinstudierende in klinischen Semestern für den Einsatz in den hessischen Impfzentren.

Daraufhin hat die Landesärztekammer Hessen (LÄKH)  anteilig die Aufgabe übernommen, Medizinische Kräfte für die Impfzentren in Hessen aufzubieten:

Primäres Arztaufgebot:

Um die reguläre ärztliche Versorgung in Hessen nicht zu beeinträchtigen, werden derzeit freiwillige Mitglieder bis 75 Jahren - Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand, oder aus anderen Gründen nicht berufstätig -  angeschrieben und um Mitwirkung in den Impfzentren gebeten. Auf diese Weise können ca. 3.500 Ärzte mit der Bitte erreicht werden, einen dem Schreiben beigefügten Bogen mit einsatzrelevanten Fragen auszufüllen und im vorfrankierten Umschlag an die Landesärztekammer zurückzusenden. Die ausgewerteten Meldungen werden den für die Organisation der Impfzentren Zuständigen auf datensicherem Weg schrittweise, aber schnellstmöglich zur Verfügung gestellt.

Nachtrag: Inzwischen sind bis heute, 10.12.2020, weit über 650 ausgefüllte Bögen von Ärztinnen und Ärzten zurückgekommen, deren Angaben in die Datensätze übernommen wurden.
Einen herzlichen Dank an alle Meldenden!
Außerdem gilt unser Dank den Ärztinnen und Ärzten, die aufgrund von Vorerkrankungen und reduzierter Gesundheit nicht mitwirken können, die uns aber für die wichtige Aufgabe alles Gute wünschen!

Selbstmeldende Ärzte:

Diese sollen an die neu eingerichtete E-Mail-Adresse Aerzte-impfen-gegen-Corona@laekh.de schreiben. Auch sie erhalten die einsatzrelevanten Fragen zur Rückmeldung und werden gebeten, den ausgefüllten Bogen an die LÄKH zurückzuschicken. Die ausgewerteten Meldungen werden dann wie unter 1. beschrieben an die für die Organisation der Impfzentren Zuständigen weitergeleitet.

Aufgebot von Medizinischen Fachangestellten (MFA):

Gemeinsam rufen die LÄKH und der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) e.V. humanmedizinische MFA mit der Bitte auf, sich unter der neu eingerichteten E-Mail-Adresse MFA-impfen-gegen-Corona@laekh.de zu melden. Auch diese Meldungen werden wie unter 1. und 2. beschrieben ausgewertet und weitergeleitet.
Wie bei den Ärzten gilt auch hier, dass bevorzugt MFA angesprochen werden sollen, die derzeit nicht beruflich tätig sind, oder in Teilzeit arbeiten und zeitliche Vakanzen für die Mitwirkung in einem Impfzentrum haben. Wichtig: Berufstätige MFA werden gebeten, sich in jedem Fall mit ihren Arbeitgebern zu beabsichtigten Einsätzen abzusprechen, um die Patientenversorgung nicht einzuschränken.

Aufgebot von Medizinstudierenden in klinischen Semestern:

Diese sollen sich wie Ärzte und MFA melden, aber unter Studis-impfen-gegen-Corona@laekh.de. Auch diese Meldungen werden wie vorab beschrieben ausgewertet und weitergeleitet.

Weitere Infos finden Sie im Aufruf an Medizinstudierende in klinischen Semestern in Hessen zum Einsatz bei der Impfung gegen SARS-CoV2 vom 18.12.2020.

Die Landesärztekammer Hessen legt besonderen Wert darauf, dass im Vorfeld des Einsatzes Fragen zu  Honorierung / Verdienstausfall, Absicherung / Haftung und Sozialversicherungs-Aspekten seitens des Landes Hessen geklärt werden. Was die Haftung für mögliche Impfschäden anbelangt, hat die hessische Landesregierung eine Staatshaftung in Aussicht gestellt.

Hinweis zum Abschluss von Honorararztverträgen:

Mit dem sich im Bundestag befindlichen MTA-Reformgesetz soll eine Regelung geschaffen werden, die die Einkünfte von Ärztinnen und Ärzten aus Tätigkeiten in einem Impfzentrum oder in einem mobilen Impfteam von der Beitragspflicht zur Sozialversicherung befreit (§ 130 SGB IV neu) als auch eine Anzeigepflicht entfallen lässt.

Sobald dieses Gesetz in Kraft tritt, werden wir Sie an dieser Stelle informieren.

Hinweis für Medizinische Fachangestellte:

Sollten Sie Ihr Ausbildungszeugnis verloren bzw. nicht mehr vorliegen haben und deshalb eine kostenpflichtige Ersatzurkunde (Zweitschrift) oder eine Bescheinigung über Ihre abgeschlossene Berufsausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten oder Arzthelfer/in benötigen, wenden Sie sich bitte an die Abteilung MFA-Ausbildungswesen, E-Mail: med.fachangestellte@laekh.de oder telefonisch unter 069 97672-240.

Die ersten 3 Phasen der Impfung in Hessen:

Das Hessische Ministerium für Inneres und für Sport (HMdiS) hat zu den drei Impfphasen zum Auftakt ein Schaubild erstellt. Das Schaubild können Sie hier herunterladen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Beteiligung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) an der Impfstrategie des Landes Hessen

Stand: 01.06.2021

1. Was ist die Impfstrategie des Landes Hessen? (Letzte Überarbeitung: 26.12.2020)
2. Was sind Impfzentren, und wo sind diese?
3. Welche Aufgabe hat die Landesregierung der Ärzteschaft übertragen?
4. Welche Forderungen hat die LÄKH für die Einsatzwilligen an die Landespolitik gerichtet? (Stand: 03.03.2021)
5. Was muss ich zu meinem Einsatz in den Impfzentren wissen? (Letzte Überarbeitung: 26.12.2020)
6. Kann ich als Medizinstudent in klinischen Semestern den Einsatz als Famulatur anrechnen lassen?