Die Rolle der Kammern: Eine Veranstaltung für Journalisten im Frankfurter PresseClub

Um Medienvertreter als Multiplikatoren über die Rolle der Kammern in der Gesellschaft und die Zukunft des Kammernwesens zu informieren, luden die hessischen Kammern aus Handel, Industrie, Wirtschaft und den Freien Berufen am 22. August 2012 zu einer Diskussions- und Informationsveranstaltung in den Frankfurter PresseClub ein.

Im Rahmen des Seminars sollte auch gezeigt werden, welche Informationen Kammern bieten und wie sie Journalisten bei ihrer Arbeit unterstützen können.

"Haben Kammern eine Zukunft?", fragte Prof. Dr. Christoph Hommerich, Professor für Soziologie, Marketing und Management, in seinem Impulsvortrag und nahm die Antwort gleich vorweg: "Ja, wenn sie sich gegenüber dem Staat als rechte Hand legitimieren." Durch das gebündelte Wissen, das Kammern an staatliche Organisationen weitergäben, garantierten sie den informierten Staat. Eine weitere wichtige Aufgabe sah Hommerich in der Sicherung von Vertrauen. Wichtig sei darüber hinaus, die nachrückende Generation von der Kammer als Selbstverwaltungsorganisation zu überzeugen. Diese Kernleistung müsse neu belebt und an klaren Zielen ausgerichtet werden.

In der anschließenden, von Dr. Matthias Alexander, Ressortleiter (Stadt) der F.A.Z. Rhein-Main-Zeitung, moderierten Diskussion bezeichnete die Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, Barbara Ettinger-Brinckmann, die Übertragung hoheitlicher Pflichten des Staates an Einrichtungen der Freien Berufe als Privileg und immense Verpflichtung zugleich. Aufgrund ihrer hohen Verantwortung seien freie Berufe zu Recht auch reglementierende Berufe. Der Präsident der IHK Frankfurt, Dr. Mathias Müller, nannte die Kammern "zukunftsfähig". Zu ihren Aufgaben gehöre es u.a. auch, Themen wie den demographischen Wandel, den Fachkräftemangel und die notwendige Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen in die Unternehmen zu tragen und die Folgen solcher Phänomene zu antizipieren.

Dr. Martin Pott, Geschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, empfahl den Medienvertretern, sich auf die Presseverteiler der Kammern setzen zu lassen, um aktuelle Informationen über die Arbeit der Kammern und ihre berufspolitischen Aussagen zu erhalten. Katja Möhrle, Leiterin der Pressestelle der Landesärztekammer Hessen, stellte das breite Spektrum an Fachinformationen – von Pressemitteilungen, Interviews und Hintergrundgesprächen über Presseseminare und Runde Tische bis hin zu elektronischen Medien – vor, das die Kammern Journalisten bieten.

Ein ausführlicher Artikel erscheint in der Oktober-Ausgabe des Hessischen Ärzteblattes.

möh


Fotos: Veit Justus Rollmann