Medizinische Fachangestellte: Voraussetzungen für die vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung

Über eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung erhalten Auszubildende zum/zur Medizinischen Fachangestellten Gelegenheit, an der Abschlussprüfung teilzunehmen, die ihrer regulären Abschlussprüfung unmittelbar vorausgeht. Die Zulassung erfolgt nur, wenn die Leistungen während der gesamten Ausbildungszeit dies rechtfertigen.

In der Prüfungsordnung vom 12. Dezember 2006 wurden neue Zulassungsvoraussetzungen festgelegt:

Die Zulassung zur Abschlussprüfung vor Ablauf der Ausbildungszeit ist gerechtfertigt,

  • wenn die Leistungen des/der Auszubildenden während der Ausbildungszeit
    • in den Lerngebieten des berufsbezogenen Unterrichts der Berufsschule mit mindestens 2,0 und
    • von dem/der Ausbildenden im Durchschnitt mit mindestens "gut" beurteilt werden

und

  • wenn die Leistungen in der Zwischenprüfung im Durchschnitt der fünf Prüfungsbereiche mindestens befriedigende Ergebnisse erbracht haben.

 

Erhebliche Fehlzeiten in Ausbildungspraxis und Berufsschule können auch einer Prüfungszulassung entgegenstehen. Nach § 43 Berufsbildungsgesetz, der die Zulassungsvoraussetzungen festlegt, ist die Zulassung zur Abschlussprüfung u. a. nur möglich, wenn die Ausbildungszeit zurückgelegt wurde. Zum Ausfüllen dieses unbestimmten Rechtsbegriffs hat die Landesärztekammer Hessen folgende Verwaltungsrichtlinie erlassen:

Fehlzeiten-Regelung

(1) Die Ausbildungszeit ist (im Hinblick auf § 43 Abs. 1 Ziff. 1 BBiG) auch zurückgelegt bei Unterbrechungen durch

  1. Urlaub bis zur Dauer von 6 Wochen pro Ausbildungsjahr,
  2. Krankheit oder andere Gründe bis zur Gesamtdauer von 90 Werktagen (außer Sonn- und Feiertagen), bei vorzeitiger Teilnahme an der Abschlussprüfung gemäß § 9 Abs. 1 Prüfungsordnung für die Durchführung von Abschlussprüfungen im Ausbildungsberuf Medizinische/r Fachangestellte/r bis zu höchstens 75 Werktagen, bei verkürzter Ausbildungszeit gemäß § 8 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz bis zu höchstens 75 Werktagen bei halbjähriger Verkürzung und 60 Werktagen bei 1-jähriger Verkürzung,
  3. Inanspruchnahme der Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz,
  4. Fehlzeiten in der Berufsschule bis zu 30 Berufsschultagen.

(2) Auf Antrag können auch darüber hinausgehende Fehlzeiten berücksichtigt werden, soweit Umstände vorliegen, deren Nichtberücksichtigung eine besondere Härte bedeuten würde und zur Erreichung des Ausbildungsziels keine Verlängerung der Ausbildungszeit erforderlich ist (Einzelfallentscheidung).

Sofern die in Ziffer 2 und 4 angegebenen Fehltage überschritten wurden (wobei die 30 Fehltage in der Schule in den 90/75/60 Werktagen enthalten sind), erfolgt eine Einzelfallprüfung. Ausschlaggebend für eine Zulassung sind begründete Fehlzeiten und Leistungen, die eine Zulassung rechtfertigen.

Falls eine Zulassung nicht erfolgen kann, wird seitens der Landesärztekammer Hessen eine Verlängerung entsprechend der Fehlzeiten empfohlen. Die Verlängerung muss vom Auszubildenden beantragt werden und bedarf der Genehmigung der Landesärztekammer Hessen. Der ausbildende Arzt erhält Gelegenheit, zur Verlängerung Stellung zu nehmen.

Auch Auszubildende mit bereits verkürzter Ausbildungszeit können die Abschlussprüfung vorzeitig ablegen. Es müssen aber mindestens 18 volle Ausbildungsmonate absolviert werden.

 

Wir bieten folgende Prüfungstermine an:

Zwischenprüfung 2017: Mittwoch, den 29. März 2017
Abschlussprüfung Sommerprüfung 2017:  
Schriftliche Prüfung: Mittwoch, den 3. Mai 2017
Praktische Prüfung und
Ergänzende mündliche Prüfung:
16. Juni bis 26. Juli 2017
(Prüfungsblock in Bad Nauheim vom 16. Juni bis 22. Juli 2017)
Abschlussprüfung Winterprüfung 2017/2018:  
Schriftliche Prüfung: Mittwoch, den 17. Januar 2018
Praktische Prüfung und
Ergänzende mündliche Prüfung:
24. Februar bis 10. März 2018
(Prüfungsblock in Bad Nauheim voraussichtlich vom 24. Februar bis 7. März 2018)

Die Anmeldefristen liegen jeweils 2-3 Monate vor dem Termin der schriftlichen Prüfung.

Weitere Fragen beantworten Ihnen die Mitarbeiterinnen der Abteilung Ausbildungswesen: Medizinische Fachangestellte und die Mitarbeiter/innen der zuständigen Bezirksärztekammer.

 

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