Information zu Kortikosteroiden: Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) warnt vor zentraler seröser Chorioretinopathie als seltenes Risiko bei lokaler und systemischer Anwendung

Kortikosteroide werden systemisch und lokal in verschiedenen Darreichungsformen bei einer Reihe unterschiedlicher Erkrankungen eingesetzt, wie z. B. bei allergischen Erkrankungen, Asthma, systemischen entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Ekzemen.


Die zentrale seröse Chorioretinopathie ist eine subretinale Flüssigkeitsansammlung am hinteren Pol des Auges mit seröser Abhebung der neurosensorischen Netzhaut bedingt durch Hyperpermeabilität der Aderhautgefäße. Typischerweise betrifft sie nur ein Auge und äußert sich durch Sehstörungen (z. B. verschwommenes / verzerrtes Sehen, zentrales Skotom, Mikropsie, Hyperopie, gestörtes Kontrastsehen). Neben anderen Risikofaktoren kann sie auch als Nebenwirkung einer Behandlung mit Kortikosteroiden auftreten (1). Eine zentrale seröse Chorioretinopathie wurde bereits wenige Tage aber auch Jahre nach Beginn einer Behandlung mit Kortikosteroiden beobachtet (2).

Die Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) macht aktuell auf das seltene Risiko der zentralen serösen Chorioretinopathie aufmerksam, das sowohl bei systemischer als auch bei lokaler Behandlung mit Kortikosteroiden auftreten kann. Patienten sollten darüber aufgeklärt und aufgefordert werden, Sehstörungen während einer Behandlung mit Kortikosteroiden zu berichten. Ggf. sollte dann eine Überweisung zu einem Ophthalmologen erfolgen.

Im Zusammenhang mit einer Information zu budesonidhaltigen Arzneimitteln wies das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kürzlich darauf hin, dass verschwommenes Sehen und zentrale seröse Chorioretinopathie ein Problem der gesamten Arzneimittelgruppe der Kortikosteroide darstellen.

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