Veranstaltungsangebot der Akademie
Systematisches Erkennen der Zeichen von Gewalteinwirkung und effektive "gerichtsfeste" Dokumentation von Verletzungen.

Kursleitung

Prof. Dr. med. M. A. Verhoff

Ansprechpartner

Bärbel Buß
Fon: 06032 782-202
Fax: 069 9767267-202
E-Mail: baerbel.buss@laekh.de

Inhalt

Beim ärztlichen Kontakt mit verletzten Patienten haben lebensbedrohliche Verletzungen die höchste Priorität. An zweiter Stelle kommen behandlungsbedürftige Verletzungen. Verletzungen, die nicht in eine dieser beiden Kategorien eingeordnet werden, finden allenfalls als „Nebenbefunde“ oder summarisch Eingang in die ärztliche Dokumentation.

Der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt ist oftmals nicht bewusst, dass hinter den Verletzungen eine Straftat stehen könnte. Die Konfrontation damit findet spätestens dann statt, wenn eine Ladung als Sachverständiger oder sachverständiger Zeuge erfolgt. Dies kann z.T. Jahre nach der Untersuchung sein. In diesen Verfahren geht es meistens darum, den Geschehens- und somit Verletzungsablauf zu rekonstruieren bzw. mögliche Aussagen von Beteiligten auf ihre Vereinbarkeit mit dem Verletzungsmuster hin zu überprüfen (z.B. Schlag oder Sturz? Tritt oder Faustschlag? etc.).
Die Form der Hämatome hätte Hinweise geben können, ob sie z.B. eher von einem Fußtritt oder einem Sturz auf die Treppenstufen herrühren. Die Farbe der Hämatome hätte sagen können, ob sie tatsächlich 12 Stunden vor der Untersuchung (behaupteter Tatzeitpunkt) entstanden sein können.

Selbst wenn eine klinisch-rechtsmedizinische Untersuchung durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft zeitnah zum Vorfall in Auftrag gegeben wird, wäre es hilfreich, wenn der primäre Aufnahmebefund vor der Behandlung dokumentiert würde.

Im ersten Teil des Kurses geht es um das systematische Erkennen der Zeichen von Gewalteinwirkung. Insbesondere wird der Schwerpunkt auf die „banalen“ Verletzungen gelegt, die jedoch für die spätere Rekonstruktion der Abläufe eine entscheidende Relevanz haben können.

Der zweite Teil ist der Dokumentation der Verletzungen gewidmet. Verschiedene Möglichkeiten der Dokumentation werden kurz vorgestellt und diskutiert: schriftlich deskriptiv, zeichnerisch, fotografisch. Es geht darum, einerseits effektiv und andererseits für ein Gerichtsverfahren ausreichend zu dokumentieren. Schwerpunkt wird die fotografische Dokumentation sein. Eine gewisse Übung bzw. ein Grad der Vertrautheit mit der verwendeten Kamera ist unerlässlich, damit es im Ernstfall reibungslos funktioniert. Selbst ein Smartphone kann heutzutage geeignet sein, brauchbare Fotografien anzufertigen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, die bei ihnen verwendete Kamera, bzw. das bei ihnen verfügbare Aufnahmegerät mitzubringen (z.B.
Smartphone, Digicam, Digitale Spiegelreflexkamera).

Für Teilnehmer, die das Thema gern vertiefen möchten und eine „Erfolgskontrolle“ wünschen, bieten wir nach vier Wochen eine Folgeveranstaltung an: Hier werden ausschließlich in der Zwischenzeit mit dem neu erworbenen Wissen angefertigte Bilder (eigene Fälle oder Übungsaufnahmen) besprochen und diskutiert. Ziel ist es, individuelle Lösungsansätze zu entwickeln.


Veranstaltungsdaten

Veranstaltung Datum Ort
Verletzungsdokumentation - Termin 2020 21.10.2020 15:00 Uhr - 21.10.2020 18:30 Uhr Bad Nauheim weitere Informationen zur Veranstaltung Verletzungsdokumentation - Termin 2020
Veranstaltung: Verletzungsdokumentation - Termin 2020
Unterrichtseinheiten: 4
Teilnahmegebühr: 70,00 € (ermäßigt: 63,00 €)
Veranstaltungsort: Bad Nauheim
Max. Teilnehmerzahl: 20
Termine: 21.10.2020 15:00 Uhr - 21.10.2020 18:30 Uhr
Fallbesprechungen - Termin 2020 04.11.2020 15:00 Uhr - 04.11.2020 18:30 Uhr Bad Nauheim weitere Informationen zur Veranstaltung Fallbesprechungen - Termin 2020
Veranstaltung: Fallbesprechungen - Termin 2020
Unterrichtseinheiten: 4
Teilnahmegebühr: 70,00 € (ermäßigt: 63,00 €)
Veranstaltungsort: Bad Nauheim
Max. Teilnehmerzahl: 20
Termine: 04.11.2020 15:00 Uhr - 04.11.2020 18:30 Uhr