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Gründung und Entwicklung der Carl-Oelemann-Schule

 

Durch Fortbildungsveranstaltungen passen sich ArzthelferInnen an die gestiegenen Anforderungen ihres Berufes an. Die Landesärztekammer hat ab Mitte der 50er Jahre auf Initiative niedergelassener Ärzte zunächst im Raum Gießen Bildungsveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen in Arztpraxen, insbes. für die sog. Sprechstundenhilfen durchgeführt. Mit der technischen Entwicklung im Gesundheitswesen stiegen auch die Anforderungen an die Tätigkeit der Sprechstundenhilfen – später der Arzthelferinnen. Der steigende Bedarf an Anpassungsfortbildung bündelte sich in den 60er Jahren in strukturierten, teilweise mehrstufigen Fortbildungen an Samstagen in Bad Nauheim, zunächst in einer allgemeinbildenden Schule oder Vortragsräumen im Kurhaus, später im Seminargebäude der Landesärztekammer Hessen. Von Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre wurde dieses Angebot durch befristete Aufträge der Arbeitsverwaltung ergänzt. Bildungsschwerpunkte sind die Bereiche Medizin - Fachkunde, Praxisorganisation – Verwaltung – Abrechnung sowie Patientenbetreuung – Psychologie – Pädagogik mit jeweils breit gefächerten Themenangeboten. 1994 wurden Prüfungsvorbereitungskurse für Arzthelfer/in-Auszubildende in das Angebot aufgenommen, die sehr gut angenommen werden. Seit Ende 1997 werden in loser Folge auch Fortbildungsveranstaltungen an anderen hessischen Standorten angeboten. Dieses dezentrale Angebot soll zukünftig noch erweitert werden, um auch wohnortnah Bildungsbedarf qualifiziert befriedigen zu können.

Rund 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machen jährlich Gebrauch von diesem Fortbildungsangebot.

Die Landesärztekammer errichtet eine zentrale Bildungsstätte für Mitarbeiterinnen in Arztpraxen

Anfang der 70er Jahre entwickelte sich in der Hessischen Ärzteschaft das Bedürfnis, ihren Mitarbeiterinnen in dem entstehenden Fortbildungszentrum eine institutionelle Möglichkeit geregelter Aus-, Fort- und Weiterbildung anzubieten. Diese Entwicklung wurde flankiert durch das Inkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes.

Nachdem die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen im April 1974 ein zustimmendes Meinungsbild u.a. zur Weiterentwicklung des Fortbildungszentrums mit zweitem Labor und einem Internat für Angehörige von Fachberufen im Gesundheitswesen (damals: medizinische Assistenzberufe) gegeben hatte, verabschiedete sie am 14. Dezember 1974 das Statut der Carl-Oelemann-Schule.

Am 20. Oktober 1976 konnte das Schul- und Internatsgebäude der Carl-Oelemann-Schule eingeweiht werden, wobei Unterrichtsräume im benachbarten Seminargebäude weiterhin mitgenutzt werden. 1978, 1990 und 1996 wurden innerhalb des neuen Gebäudes aufgrund gestiegenen Bedarfs weitere Unterrichtsräume geschaffen.

Die Carl-Oelemann-Schule erbringt jährlich mehr als 18.000 Teilnehmertage Bildungsarbeit, das Internat wird im Umfang von mehr als 14.000 Teilnehmertagen genutzt und mehr als 46.000 Mahlzeiten werden an TeilnehmerInnen ausgegeben.

Die zentrale Überbetriebliche Ausbildung von Arzthelferinnen und Arzthelfern sichert Ausbildungsplätze, gleicht Ausbildungsunterschiede aus und steigert die Qualität der Patientenversorgung.

Am 21. November 1977 haben die ersten Lehrgänge der Überbetrieblichen Ausbildung von Arzthelfer/in Auszubildenden stattgefunden. Die Landesärztekammer Hessen hat mit der Einrichtung der zentralen Lehrgänge der Überbetrieblichen Ausbildung einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung von Ausbildungsplätzen in den zunehmend spezialisierten Arztpraxen geleistet, indem orientiert am Ausbildungsrahmenplan ein Fundament wichtiger Fähigkeiten und Fertigkeiten aus den Ausbildungsbereichen Patientenbetreuung, Praxisorganisation + EDV, Abrechnung, Hygiene, Instrumenten- und Gerätekunde, Notfallmaßnahmen und Erstversorgung sowie Laborübungen vermittelt wird. Seit 1981 sind alle ausbildenden Ärzte in Hessen verpflichtet, ihre Auszubildenden je Ausbildungsjahr für 1 Woche in die Carl-Oelemann-Schule zu entsenden, um die Ausbildung zu vereinheitlichen und damit die Ausbildung zu verbessern. Gleichzeitig wird dadurch ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung der Patientenversorgung in den Arztpraxen geleistet. Ergänzend zu diesem Bereich werden seit Mitte der 90er Jahre Einführungsseminare für Umschüler/innen durchgeführt.

Mehr als 3.000 Ausbildende aus drei Ausbildungsjahren besuchen jährlich die Lehrgänge der Überbetrieblichen Ausbildung und mehr als 2.500 nutzen jährlich das Internat.

Qualifizierungsfortbildungen für Arzthelferinnen

Nach Inkrafttreten der geänderten Röntgenverordnung hat am 04. November 1988 gemäß der Richtlinie Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz der erste dezentrale, verkürzte Strahlenschutzlehrgang für Hilfskräfte in der Medizin in Frankfurt am Main begonnen. Seit 1991 werden die 120 Std.-Lehrgänge in der Carl-Oelemann-Schule durchgeführt. Unterricht und praktische Übungen sind so gestaltet, dass die TeilnehmerInnen nach erfolgreichem Abschluss die Erfordernisse des Strahlenschutzes und der Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik auch unter Berücksichtigung der wichtigen wirtschaftlichen Belange in der täglichen Arbeit umsetzen können. Nach Änderung der Richtlinien zur Röntgenverordnung werden die Lehrgänge ab 2006 als 90-Stunden-Lehrgänge durchgeführt.

1996 wurde nach einer Pilotveranstaltung von 1994/95 die Onkologische Fortbildung von Arzthelferinnen/Arzthelfern gemäß dem Curriculum der Bundesärztekammer im Übergangszeitraum zunächst durch verkürzte, seit 1998 durch 120 Std.-Kurse eingeführt. Bis zu 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen jährlich dieses Qualifizierungsangebot in Anspruch.

In Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, dem Landesverband Ambulantes Operieren Hessen e.V., dem Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und TierarzthelferInnen e.V sowie den Gesundheitsämtern der Stadt Frankfurt und des Landkreises Marburg-Biedenkopf führt die Carl-Oelemann-Schule seit 2003 Qualifizierungslehrgänge zur Assistenz beim Ambulanten Operieren für Arzthelfer/innen durch.

Mit Einführung der Fortbildung zur Klinikassistentin im Jahr 2003 bietet die Carl-Oelemann-Schule Arzthelferinnen eine Qualifizierung, die es ihnen ermöglicht, im Krankenhaus Ärztinnen und Ärzte im verwaltungsbezogenen, organisatorischen Bereich sowie und beim DRG-Abrechnungssystem zu entlasten.

Erstmalig wird im Jahr 2006 die Qualifizierungsfortbildung Palliativmedizin angeboten.



Artikel vom 18.1.2011
Silvia Happel

Leiterin der Carl-Oelemann-Schule

Fon: 06032 782-0
Fax: 06032 782-180
E-Mail: verwaltung.cos@laekh.de

Monika Kinscher

Gruppenleiterin der Kurs- und Teilnehmerverwaltung

Fon: 06032 782-0
Fax: 06032 782-180
E-Mail: monika.kinscher@laekh.de

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