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[07.03.2005]
Wissenschaftler fordern absolute Abstinenz in der Schwangerschaft
LONDON. Alkohol-Konsum kann die Gesundheit des Fetus ernsthaft gefährden. Zu diesem Ergebnis kommen Raja Mukherjee von der St. George´s Medical School, London, Großbritannien, und Kollegen in einem Editorial im British Medical Journal (2005; 330: 375-376). Deshalb sollten werdende Mütter darauf hingewiesen werden, grundsätzlich abstinent zu leben.So hebt das Londoner Team von Psychiatern mehrere Studien hervor, die Empfehlung in Zweifel ziehen wonach schwangere Frauen bedenkenlos ein oder zwei Gläser eines alkoholischen Getränks in der Woche zu sich nehmen könnten. Die bisher vom britischen Department of Health ausgesprochene Empfehlung sei aus ihrer Sicht nicht zu befürworten.
Wie die Autoren analysierten Berichte entnahmen, entwickelte sich bei einigen Kindern, die im Mutterleib Alkohol ausgesetzt waren, das fetale Alkoholsyndrom. Diese Kinder zeigten ein gehemmtes Wachstum, faciale Abnormalitäten und neurokognitive Defizite.
Zudem identifizierten die Wissenschaftler ein Spektrum von fetalen Störungen, die sich mit dem Alkoholkonsum der Schwangeren in Verbindung bringen ließen. Dazu zählten unter anderem Verhaltensauffälligkeiten, einschließlich Hyperaktivität, und mentale Probleme.
Bisher nahm man an, dass das fetale Alkoholsyndrom auf starkes Trinken in der Schwangerschaft zurückzuführen sei. Auf Grund jüngst analysierter Studienergebnisse gehen Mukherjee et al. davon aus, dass bereits geringe Alkoholmengen ein gesundheitliches Risiko für den Fetus bedeuten.
In einer Studie traf dies auf den Konsum von einem Glas eines alkoholischen Getränks pro Woche während der Schwangerschaft zu.
Auch wenn es individuelle Unterschiede im Alkoholmetabolismus gebe, müssten weitere Studien klären, welche Alkoholmengen sich schädigend auf die Entwicklung eines Fetus auswirkten. Da es derzeit nicht möglich sei, klare Aussagen hinsichtlich des Risikos zu treffen, ist werdenden Müttern grundsätzlich der absolute Verzicht auf Alkohol zu empfehlen, so die Autoren.
(cast)



Katja Möhrle, M.A.
Beate Völker